Spur der Erinnerung

Die lila Spur der Erinnerung

 

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Warum waren am 13. Oktober Schüler in Metzingen, Neuhausen, Bad Urach… mit Farbeimern unterwegs?

Sie wollten mit dem Aufmalen einer Spur auf Straßen und Gehwegen eine symbolische Linie von Grafeneck bis zum Innenministerium in Stuttgart ziehen und damit auf ein Verbrechen aufmerksam machen, das 1940 in Grafeneck geschah.
In der Zeit des Nationalsozialismus geschah Folgendes:
Die Nationalsozialisten hatten den menschenverachtenden Beschluss gefasst, dass nur bestimmte Menschen das Recht hätten zu leben. Da Menschen mit Behinderungen nicht ihre volle Leistungsfähigkeit hatten oder sich selbst versorgen konnten, sollte ihnen das Recht zum Leben genommen werden.
Nachdem in Berlin beschlossen wurde, dass Grafeneck perfekt für ihre Zwecke sei, wurde es im Oktober 1939 von der Regierung beschlagnahmt. Fast ein Jahr lang wurden Menschen aus Pflegeheimen und Krankenhäusern nach Grafeneck gebracht und ermordet.

Unsere Zehner und viele Neuner haben sich intensiv mit Grafeneck beschäftigt und zum Beispiel die Ausstellung im Rathaus besucht. Diese war vom 7. bist zum 14. Oktober 2009 zu besichtigen, dort konnte man sich mit tragischen  Einzelschicksalen beschäftigen  und viel über die Hintergründe erfahren.

10.600 Menschen wurden in Grafeneck ermordet – von manchen wissen wir nicht einmal den Namen.

 

Ausgabe 13-juli 2010